Chlorophyll im Winter
Chlorophyll, mit anderen Worten Blattgrün, in unserer Ernährung stellt eines der wichtigsten
Bestandteile dar, dies ist unbestritten. Was macht das Chlorophyll so interessant? Auch stellt
sich immer wieder die Frage, woher man das Chlorophyll im Winter holen könne.
Chlorophyll, der zuverlässige Lieferant von Mineralien und Spurenelementen
Als erstes wirkt Chlorophyll Säure-Basen ausgleichend. Gewisse Teile des Körpers müssen im basischen Bereich sein. Wenn wir
im pH-Wert (potentia „Kraft“; Hydrogenium „Wasserstoff“) eine Skala von 1 bis 14 haben, so ist 7 neutral. Das Blut jedoch muss
bei einem Wert von zwischen 7,43 bis 7,45 liegen. Darüber oder darunter ist der Körper in ernsthafter Gefahr. Das ist sehr wenig
Toleranz. Eine Abweichung gleicht der Körper mit Hilfe von basischen (wie z.B. Kalzium) oder sauren Mineralien aus. In den
allermeisten Fällen, werden basische Mineralien benötigt, da der grösste Teil der Zivilisationsnahrung säurebildend ist. Diese
Mineralien holt er sich aus den Zähnen. Plaque, Karies und Paradentose sind die Folgen. An den Knochen baut sich der Körper
die benötigten Mineralien ebenfalls ab. Dies führt dann zu Osteoporose. Der Körper fängt an, sich selber abzubauen, um die
Hauptaufgabe erfüllen zu können, nämlich zu leben.
Die chemische Zusammensetzung des Chlorophylls ist mit jenem des Hämoglobins fast identisch. Hämoglobin ist der rote
Farbstoff des Blutes. Der grosse Unterschied ist, dass der zentrale Kern des Chlorophylls aus Magnesium besteht, und der des
Hämoglobins aus dreiwertigem Eisen. Eisen ist aber ebenfalls im Chlorophyll enthalten und kann sehr schnell mit dem
Magnesium ausgetauscht werden. Was dann daraus entsteht ist Blut. Das Blattgrün ist tatsächlich Blut bildend.
Magnesium ist für die Muskelfunktion wichtig. Bei Mangel führt dies unter anderem zu Krämpfen. Im Weiteren enthält Blattgrün
auch Chrom, welches für die Regulierung des Blutzuckers wichtig ist. Kalzium, das unter anderem für Zähne und Knochen
wichtig ist, finden wir auch im Blattgrün. Auch Selen ist im Grün vorhanden, wichtig für das ganze Bindegewebe, Zähne und
Knochen. Es verleiht die Festigkeit des Bindegewebes und die Widerstandsfähigkeit. Ebenfalls findet sich im Chlorophyll Kupfer,
Jod, Schwefel, Phosphor, Kalium, Mangan, Zink, Natrium, Kobalt und soviel man weiss etwa 75 weitere Spurenelemente. Diese
Spurenelemente sind in einer solchen Ausgeglichenheit und organischen Form vorhanden, dass sie zu einer sehr hohen
Bioverfügbarkeit führen.
Im Gegensatz zu den chemisch isolierten, anorganischen Mineralien wie z. B. Jod, welches aus Druckfarben und ähnlichem
gewonnen und dann ins Tafelsalz gemischt wird, können überschüssige Mineralien aus den grünen Pflanzen wieder
ausgeschieden werden. Der Körper braucht diese Elemente nur in Spuren, aber dafür in einem ausgewogenen Verhältnis zu
einander. Ein Zuviel von einzelnen Stoffen kann giftig wirken.
Die Struktur des Chlorophylls ist sensibel und Hitze empfindlich.
Fotosynthese
Licht ist übrigens der hauptsächliche Stoff, wovon wir leben. Durch die so genannte Fotosynthese wird Sonne in das Blattgrün
verwandelt und die Pflanze produziert Sauerstoff. Sauerstoff ist bekanntlich lebensnotwendig. Sauerstoff wird im Stoffwechsel
benötigt, um dieses gespeicherte Sonnenlicht aus den Pflanzen auslösen zu können. Dieser Sauerstoff wird durch das
Hämoglobin zu den Zellen transportiert. Hier schliesst sich der Kreislauf. Nur gesundes Blut kann genügend Sauerstoff
transportieren. Sauerstoff wirkt den, für unseren Körper schädlichen, anaeroben Bakterien entgegen. Anaerobe Bakterien
können bei einem sauerstoffreichen Milieu nicht existieren.
Die Antwort für das Chlorophyll im Winter, liegt im Ziehen von Sprossen und Weizengras. Es gibt 3 Möglichkeiten Sprossen zu
ziehen.
Die 1. Möglichkeit ist, das Pflanzen auf Erde. Vor allem für das Weizengras ist es meines Erachtens die beste Variante.
Das Keimgut sollte in jedem Fall ca. 8 Std. im Wasser eingeweicht werden. Am besten macht man dies in einem Glas oder sonst
dafür geeigneten Gefäss. Dann das Wasser abgiessen, die Keime gut durchspülen und ca. 1-2 Tage ankeimen lassen. Nun das
Saatgut auf eine ca. 2 cm dicke Humusschicht aussäen. Den Humus gibt man in einen Keimschalen- oder Geranienschalen-
Untersatz. Letztere finden meist besser Platz auf der Fensterbank.
Das Saatgut angiessen, sodass die Erde feucht ist, aber nicht nass. Für die ersten 2-3 Tage sollte die Saat abgedeckt werden
mit einem Tuch oder Plastik; es kann auch eine zweite Schale umgekehrt darauf gegeben werden. Wenn die Samen zu
spriessen beginnen, wird die Abdeckung entfernt. Die spriessenden Pflanzen nun an ein Fenster stellen, wo sie möglichst viel
Tageslicht aufnehmen können. Nach 7-12 Tagen je nach Temperatur können die Sprossen oder das Gras geerntet werden.
Das Weizengras wird meist ausgepresst und der Saft sofort konsumiert. Bei Weizengras ist es ratsam, dass man am Anfang
nicht mehr als 1 Esslöffel pro Mal zu sich nimmt, ansonsten kann es einem übel werden. Weizengrassaft kann 1-2 Mal pro Tag,
morgens und abends, getrunken werden.
Sprossen wie Alfalfa, Rotklee, Sprossrettich, Kresse, Sonnenblumen, Broccoli, usw. können den täglichen Mahlzeiten
beigemischt werden. Sie können auch im Mixer zu Drinks verarbeitet werden.
Die Erde der Sprossenzucht kann sogar im Haus kompostiert werden, wenn nichts anderes dazugegeben wird. So entsteht auch
keine Geruchsemission. Anleitungen hierzu gibt es detailliert im Buch Rohkost die lebendige Nahrung.
Die 2. Möglichkeit ist die so genannte Hydrokultur, d.h. die Sprossen und das Weizengras
werden auf einem Sieb über dem Wasser gezogen. Hierzu gibt es Geräte im Handel, wie
z. B. die Gourmetbox.
Der Vorteil dieser Methode ist, dass keine Erde gebraucht wird, vor allem in kleinen
Wohnungen, wo dafür kein Platz vorhanden ist. Der Nachteil ist, die Sprossen oder das Gras
werden weniger kräftig, da die Erdunterstützung fehlt.
Die 3. Möglichkeit ist das Keimglas. Bei dieser Variation bleiben
die Sprossen nach dem Ankeimen im Glas. (Genauere Anleitung
ersichtlich im Buch Rohkost die lebendige Nahrung). Die Sprossen
müssen täglich durchgespült und geschüttelt werden. Wichtig
dabei ist, dass grosse Gläser dafür verwendet werden. Wenn zu
kleine Gläser dafür verwendet werden, verdecken sich die
Sprossen gegenseitig, es kommt zu wenig Licht dazu und es bildet
sich zu wenig Chlorophyll.
Dazu nimmt man z. B. ein 2-Liter Glas und gibt 2 Esslöffel Alfalfa-
Samen hinein, füllt 1 bis 1-½ Liter Wasser dazu und lässt die
Samen 8 Std. stehen. Das Wasser wird dann abgegossen, die
Samen gespült und das Glas wieder schräg ans Licht gestellt.
Nach 5-7 Tagen sind die Keimblätter der Sprossen ausgebildet
und grün. Der Vorteil ist, dass dafür wenig Platz und Aufwand
benötigt wird. Der Nachteil ist, die Pflanzen haben meist weniger
Chlorophyll als die beiden erstgenannten Möglichkeiten.
Das Buch Weizengrassaft, Medizin für ein neues Zeitalter
(ISBN 3-927676-11-X) von Reiner Schmid gibt effizient und
übersichtlich Aufschluss über die Wertigkeit des
Weizengrases. Es ist meines Erachtens die beste Arbeit
darüber.
Rezepte
Wintersonne im Trinkglas
1 HV
Alfalfa
etwas
Sprossrettich oder Kresse
1 St
Apfel
1 St
Orange, Saft
1 TA
Wasser
1 TL
Nama Bio Tamari
1 EL
Mandelpüree
Die Zutaten im Mixer fein pürieren.
Nach dem Abfüllen ins Trinkglas, etwas ganze Alfalfa-Sprossen oder Sprossen von rotem Rettich oder Rote Beete als Garnitur
darauf geben.
Sonnenblumensprossen mit Avocado
2 HV
Sonnenblumensprossen
1 St
Avocado
1 St
Birne
1 TL
Nama Bio Tamari
1 TL
Edelhefe
1 MS
Muskat
3 EL
Nussöl, oder Haselnussöl
NB
Halit
NB
getrocknete Salatblüten
Nachdem die Sonnenblumensprossen von etwaigen Samenhülsen befreit sind, mundgerecht schneiden und in eine Schüssel
geben.
Avocado und Birne in Würfel schneiden und dazugeben. Die restlichen Zutaten ausser Salatblüten beimischen. Nach dem
Anrichten die Salatblüten darüber streuen.
Tipp: Diesem Gericht können auch etwas eingeweichte Wakame o.ä. beigegeben werden.
Grünkohl-Sushi
6-8 Blätter
Grünkohl
1 St
Karotte
1 St
Apfel
1 St
Avocado
4 St
Nori-Blätter
1 TA
Alfalfa-Sprossen
1 MS
Kümmel, gemahlen
½ TL
Halit
1 TL
Edelhefe
2 MS
Muskat
Beim Grünkohl das Blattgrün von den Rispen trennen. Das Blattgrün im Cutter fein hacken und in eine Schüssel geben. Halit
dazugeben und das Ganze zwischen den Handflächen verreiben und anschliessend gut kneten – dadurch wird der Grünkohl
zart. Apfel durch die Röstireibe dazu raffeln. Avocado in Würfel schneiden und dazugeben. Sprossen und übrige Gewürze
dazugeben. Nun das Ganze noch einmal durcharbeiten, bis die Avocados anfangen leicht zu binden. Karotte schälen und fein
reiben.
Die Nori-Blätter auf einem Schneidebrett auslegen und 1/3 der Fläche mit der Grünkohlmasse belegen. Die geriebene Karotte in
die Mitte auf die Grünkohlmasse geben. Dann das Ganze einrollen. Die so entstandenen Rollen einige Minuten so stehen lassen
– die Sushis lassen sich dann besser schneiden. Dann mit einem scharfen Messer in Sushi-Portionen schneiden. Dazu passt
nachstehende Meerrettichsauce.
Tipp: Bei diesem Rezept eignet sich auch Schwarzkohl, jedoch Grünkohl ist das typische Wintergemüse.
Meerrettichsauce
1 dl
Wasser
1 dl
Tamari
1 EL
Meerrettich, fein gerieben
1 TL
Guarkernpulver
Wasser, Sojasauce und Meerrettich in Mixer geben. Während laufendem Motor das Guarkernpulver dazugeben, um Klumpen zu
verhindern
Apfelstrudel
Umschlag:
9 St
Bananen
1 TA
Sonnenblumenkerne, angekeimt
Zutaten im Mixer fein pürieren. Die Masse auf 4 mit Backtrennfolie
ausgelegten Gittern im Trockner ca. 5 Std. trocknen. Die Masse sollte
kompakt aber doch beweglich sein.
Füllung:
4 St
Äpfel, grob gerieben (Röstireibe oder Curly v. Börner)
1 HV
Weinbeeren
evt. 1 EL
Haselnüsse, gehackt
2 EL
Mandelpüree
1 EL
Honig / Agavendicksaft
je 1 MS
Kreuzkümmel, Zimt
Die Zutaten vorsichtig miteinander vermengen.
Diese Füllung auf eine Hälfte des Umschlags geben und kompakt einrollen. Diese Rollen mit einem scharfen Messer in Portionen
schneiden. Nach dem Anrichten mit Maronenpulver bestäuben
© Urs & Rita Hochstrasser, La Haute Cuisine Crue – Rohkost vom Feinsten / Gesundheitsberatung
5077 Elfingen, Schweiz / Tel: +41 (0)62 876 20 22 / www.urshochstrasser.ch
Die Gourmetbox
eine günstige Variante für die Hydrokultur
Weizengrasbuch
Bild mit freundlicher Genehmigung
vom Verlag Ernährung & Gesundheit
Sprossengarten - Für die luxuriöse Lösung
der Sprossengarten von pure-life.ch
Ankeimen im Keimglas
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