Fragen finden Antworten
Ich halte es für wichtig, die Gelegenheit zu erfassen, um mich zu den immer wieder gestellten Fragen und Bedenken zu äussern. Es gibt auch auf dem Gebiete der Rohkost, sich immer wiederholende Fragen, die für Menschen, welche neu zur Rohkost stossen, wichtig sind, wie auch für jene die sich ernsthaft mit der Ernährung auseinandersetzen. Die unterschiedlichsten Interessen, sei es unter Idealisten oder unter Anbietern von verschiedensten Waren, ob das jetzt Nahrungsergänzungsmittel, Maschinen, Industrienahrung oder die Produktion von irgendwelchen Nahrungsmitteln und technischen Geräten bis hin zur Politik sei, haben gerade in der Ernährung eine unheimliche Verwirrung unter den Menschen erreicht. Wenn heute jemand aufsteht und entdeckt hat, dass irgendetwas der Gesundheit zuträglich ist, dann steht beinahe zur gleichen Zeit irgendjemand anderes auf, der behauptet entdeckt zu haben, dass es genau das Gegenteil sei. Diese Beobachtung zeigt mir klar und deutlich auf, dass wir in einem Zeitabschnitt angelangt sind, in dem das persönliche Unterscheidungsvermögen gefragt und gefordert ist. Die Zeiten sind vorbei, wo man sich hinsetzen kann und warten bis jemand kommt, der sagt, was jetzt richtig oder falsch ist, was man zu glauben hat und was man tun soll, dass es stimmig ist. Obwohl jeder Mensch eine Lebensweisheit besitzt, die er für sich beanspruchen kann, erlaube ich mir hier ein paar Überlegungen und Erfahrungen meiner langjährigen Rohkosttätigkeit an die Leser weiterzugeben. Ist unser Körper in der Lage Rohkost zu verarbeiten, da wir doch in der Evolution vorangeschritten sind und uns über lange Jahre an die gekochte Nahrung angepasst haben? Unser Körper hat sich durch die langen Jahre gekochter Nahrung leider nicht zum Vorteil entwickelt, sondern er hat sich verweichlicht. Wenn ich die vielen Diabetiker, Allergiker und sonstigen Zivilisationskranken sehe, oder wenn ich die Spitäler voller kranken Leute sehe oder gar feststelle, dass immer mehr Frauen nicht mehr natürlich gebären können usw., dann muss ich aufs äusserste bezweifeln, dass sich der Mensch an gekochte Nahrung angepasst hat. Die Tatsache ist ja, dass viele Menschen, wenn sie auf Rohkost umsteigen und das richtig machen, in den meisten Fällen ihre Gesundheit verbessern oder wieder herstellen können, ihre Leistungsfähigkeit nach oben schrauben und auch geistige Forschritte machen. So wie ich es jetzt in den letzten 20 Jahren beobachtet habe und aus Schriften aus früheren Zeiten entnehmen kann, komme ich zum Schluss, dass es schon eher der Wahrheit entspricht, dass der Mensch jetzt mehr denn je unbedingt thermisch unbehandelte Nahrung (Rohkost) benötigt. Hätte der Mensch sich an die gekochte Nahrung angepasst, hätte er notwendigerweise anatomische Veränderungen zum positiven aufzeigen müssen, was jedoch nicht der Fall ist. Er hat zwar ein paar negative anatomische Veränderungen gezeigt, wie z. B. zu schmale Kiefer, wo die Zähne nicht mehr Platz haben, denn beinahe jedes 2. Kind braucht Zahnkorrekturen. Zu schwache Knochen, dass Osteoporose schon in jugendlichen Jahren vorkommt – scheint auch nicht eine vorteilhafte anatomische Veränderung zu sein. Erstaunlicherweise haben sozusagen alle Menschen, die behaupten der Mensch hätte sich an die gekochte Nahrung angepasst, entweder nur ganz wenig oder gar keine eigene Erfahrung auf veganer Rohkost über längere Zeit. Der Mensch hat sich weiterentwickelt, lebt nicht mehr in Höhlen, hat sich eine Kultur aufgebaut und die Nahrung hat einen wichtigen Standpunkt in seinem Leben eingenommen. Wie ist das mit Rohkost zu vereinbaren? Muss man da tatsächlich wieder zurück in die Höhlen oder auf die Bäume? Die menschliche Ernährung soll und darf Kultur haben. Kultur in der Nahrung bedeutet aber nicht, die Nahrung zu entwerten oder zu töten durch Hitzeeinfluss. Die Zubereitung und das Herrichten der Speisen sollen und dürfen eine kunstvolle, kreative, liebevolle Tätigkeiten sein. Da gehört Hitzeeinfluss allerdings nicht dazu. Erwiesenermassen ist der Einfluss der Hitze auf die Nahrung eine meistens destruktive und nur in den wenigsten Fällen eine konstruktive Aktion. Eine schön präsentierte, gut schmeckende und lebensbejahende Rohkostspeise, so wie wir sie heute kennen, bereichert das gesellschaftliche Zusammensein bestimmt mehr, als gebratene Tierleichen oder schlapp gekochtes Gemüse. Ist es wahr, dass seit dem neuen EU-Bio-Siegel Bio-Gemüse und Früchte radioaktiv bestrahlt werden dürfen? Soviel mir bekannt ist, darf weder beim deutschen noch beim schweizerischen Bio-Siegel ionisierende (radioaktive) Strahlung eingesetzt werden. Auf der Internetseite für das neue EU-Bio-Siegel steht  unter Voraussetzungen für das Bio-Siegel – der ökologische Landbau, folgendes: Biologische Lebensmittel müssen aus dem ökologischen Landbau stammen. Für diesen gibt die EG-Öko-Verordnung verschiedene Richtlinien vor: So dürfen weder chemisch-synthetische Stickstoffdünger noch Pestizide eingesetzt werden. Tiere müssen artgerecht gehalten werden, leistungsfördernde Substanzen und Tiermehl sind tabu. In der Verarbeitung erlaubt das EU-Recht für konventionelle Lebensmittel 316, für Bioprodukte lediglich 47 Zusatzstoffe. Die mitunter zur Konservierung eingesetzte ionisierende Strahlung ist bei biologischen Lebensmitteln verboten. Ebenfalls verboten ist der Einsatz gentechnisch veränderter Organismen, beispielsweise beim Saatgut oder bei Futtermitteln. Vollständigen Artikel auf Suite101.de lesen: Das neue EU-Bio-Siegel: Gütesiegel und Kriterien für Biolebensmittel | Suite101.de  http://www.suite101.de/content/das-neue-eu-bio-siegel-a72160#ixzz1TzUXOJEq Warum keine Zwiebel-, Knoblauch- und Lauchgewächse? Die Antwort zu dieser Frage finden Sie hier Ist es sinnvoll, in der Rohkost Senf und Essig einzusetzen, da es diese Produkte nur pasteurisiert oder sonst wie hitzebehandelt zu kaufen gibt? Apfelessig beispielsweise, gilt seit alters her als entsäuernd und entgiftend. Äpfel sind sehr reich an Kalium. Dieses ist unentbehrlich für den Wasserhaushalt, das Gewebe und die Muskulatur des Menschen. Vitamine und Pektin schützen Zellen und Gefässe. Apfelessig enthält Enzyme, welche die Verdauung unterstützen und eine übermässige Fettspeicherung verhindern. Diese Enzyme sind jedoch nur im nicht hitzebehandelten und nicht pasteurisierten Apfelessig intakt. Im Apfelessig sind fast alle Inhaltstoffe des Apfels, vorhanden. Äpfel enthalten viel Kalium. Das ist der Grund, weshalb der Apfelessig von seiner Wirkung her jedem anderen Essig vorzuziehen ist. Ebenfalls ist Apfelessig reich an Fruchtsäuren und Mineralstoffen. Der hohe Kaliumgehalt des Apfelessigs wirkt kräftigend auf den Herzmuskel, ebenfalls stärkt er die Widerstandskraft des Körpers. Vitamin C und Beta-Carotin können zellschädigende freie Radikale binden. Die im Apfelessig enthaltenen Säuren hemmen das Wachstum von Darmpilzen. Dem Apfelessig werden im Kräuterlexikon folgende Wirkungen nachgesagt: Apfelessig unterstützt in milder Weise die Entwässerung, Entschlackung und Verdauung. Er kann die Nierenfunktion, den Fettabbau und die Ausscheidung von Körpergiften fördern. Apfelessig wirkt regulierend auf die Darmflora. Er regt den Stoffwechsel an und erhöht die Elastizität aller Gewebe. Er macht das Blut fliessfähiger und die roten Blutkörperchen werden elastischer. Wenn Apfelessig in vernünftigen Mengen (2-4 EL tgl.) konsumiert wird, führt er nicht zu einer Übersäuerung des Körpers. Er enthält vor allem die basisch wirkenden Teile und Enzyme des Apfels, die dem Organismus in optimal verwertbarer Weise zugeführt werden. Somit ist unpasteurisierter Apfelessig basenbildend und nicht übersäuernd, wie man meinen könnte. Diese Eigenschaften treffen allerdings nur auf hochwertigen, rohen Apfelessig zu. Senf ist ein blühendes Wildkraut, das in der Mittelmeergegend heimisch ist. In den Mittelmeerländern wird es schon seit der Antike angebaut. Senf ist ein Kreuzblütler und botanisch mit Raps, Rettich und Kresse verwandt. Verantwortlich für eine verdauungsfördernde Wirkung des Senfes sind die ätherischen Öle. Diese regen den Speichelfluss und die Magensaftproduktion an. Die im Senf enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe könnten seit neueren Erkenntnissen krebsvorbeugende Wirkungen haben.  Senf wird in der Regel zu einer Paste verarbeitet, weil sich seine Schärfe so am besten entfaltet. Er wird traditionell mit Trauben- oder Apfelmost vermischt. Daher kommt der Name Mostrich oder Mostert, der teilweise im deutschsprachigen Raum immer noch gebraucht wird. Ebenfalls können der Senfpaste auch Wasser, Essig und Salz - je nachdem auch Apfeldicksaft - dazugegeben werden. Die konventionell hergestellten Senfpasten jedoch, haben mit dieser traditionellen Herstellung meistens nicht mehr viel gemeinsam. Sie entsprechen auch nicht der Rohkost. Ein Rezept über Rohkost-Senf “Haus-Senf” finden Sie in der Apfeldicksaft-Broschüre Was mache ich, dass ich im Winter nicht friere, wenn ich doch alles kalt esse? Wie kommen vegan essende Menschen zu ihrem Vitamin B12? Solche und viele weitere Fragen werden im Buch Rohkost vom Feinsten beantwortet.
© Urs & Rita Hochstrasser, Zentrum für Rohkost und Gesundheit – Rohkost vom Feinsten Seminarlokal & Ölmühle im Rebstock, Dorfstrasse 23, 5078 Effingen / Schweiz Büro und Leitung Telefon: +41 (0)62 876 20 22 /  urshochstrasser.ch