Ernährung des “Goldenen Zeitalters”
Über kaum ein Thema wird so viel und so unterschiedlich debattiert, wie über die Ernährung. Viele glauben, hier die Lösung gefunden zu haben. Ebenso gibt es in der Wissenschaft viele Studien, oder wissenschaftliche Tests, die dann irgendwelche Behauptungen erhärten sollen. Bei den meisten so genannten wissenschaftlichen Forschungen sind industrielle und finanzielle Interessen im Spiel. Mit Hilfe von Trendsetzungen lässt sich über die Ernährung ebenfalls wunderbar Kapital schlagen. Das macht es enorm schwierig, für Gesundheit und Ernährung, die Wissenschaft zu Hilfe zu nehmen. Der gesunde Menschenverstand und eine aufgeweckte Beobachtungsgabe bilden den besten Kompass um in Ernährungsfragen, die Antwort zu finden. Die Suche nach dieser Antwort hat bei mir vor rund 20 Jahren begonnen. Nach einer Karriere im Gastgewerbe mit Spezialfach „Food and Beverage“ (Restauration), stellte sich die Frage, ob der Mensch für die Karriere oder die Karriere für den Menschen da sein müsste. Ich habe dann entschlossen, den Menschen vor die Karriere zu setzen. Infolgedessen führte mich meine Laufbahn in die damalige Bircher-Benner-Klinik. Bis anhin lag das Kriterium Gesundheit bei der Ernährung, für uns Profis im Gastgewerbe, ganz weit hinten. Die wichtigsten Kriterien bei der Nahrungszubereitung waren: Es muss spektakulär sein, es muss gut schmecken, gut aussehen, kostengünstig produziert werden und das mit einer möglichst guten Gewinnmarge. Die Vitalität der Speisen war zweitrangig oder kam überhaupt nicht zur Sprache, vor allem dann nicht, wenn noch Mikrowellen eingesetzt wurden. In meiner dreijährigen Kochlehre hatten wir gerade mal zwei Nachmittage Ernährungslehre. Von dem Lehrstoff war nach meinen heutigen Erkenntnissen, der grösste Teil auch noch falsch. Als ich in der Bircher-Benner-Klinik das Elend der Patienten sah, war mir klar, dass im Gesundheitswesen etwas drastisch schief lief. Warum lässt die Natur den Menschen plötzlich in seinem Leben so unwürdig in Siechtum, Krankheit und Zerfall sinken. Ich lernte, dass nicht die Natur, sondern das menschliche Verhalten die Ursache ist. Im Bucharchiv der Bircher-Benner-Klinik hatte ich Zugang zu den geschriebenen Erfahrungen von Bircher-Benner und anderen Autoren. Als ich las, wie Bircher-Benner mit Hilfe von Rohkost viele Menschen zu ihrer Gesundheit zurückführte, sowie scheinbar unfruchtbaren Frauen zu ihren Kindern und Gebrechlichen zu ihrer Vitalität verhelfen konnte, war meine Glaubenskraft schon ein bisschen strapaziert. Aber ich wollte es wissen. So beschloss ich, mich für die kommenden zwei Monate strikt und ausschliesslich von Rohkost zu ernähren. Danach wollte ich Bilanz ziehen. Diese Bilanz fiel dann so aus, dass ich entschied, das allgemeine Wohlgefühl und die geistige Klarheit nicht mehr gegen das bisschen Gaumenkitzel einzutauschen. In meiner Euphorie war ich sehr inspiriert, diese Erfahrung allen Menschen zugänglich zu machen. Nicht im Traum hätte ich gedacht, dass es so schwierig sein würde, dieses Wissen den Menschen schmackhaft zu machen. Ich hatte noch einiges zu lernen, z.B. dass jeder das Recht hat, sich so zu ernähren, wie er will, selbst wenn er davon krank wird. Zwischenzeitlich habe ich begriffen, dass ein wirklicher Fortschritt, auch in der Ernährung, nur durch Erkenntnis geschieht. Leider kommen die meisten Menschen bei der Ernährung erst über Krankheit und Leiden zu dieser Erkenntnis. Durchschnittliche Gesundheit in prekärem Zustand Wussten Sie, dass man sich sogar ernsthaft Sorgen macht um das Fortbestehen der Spezies Mensch? Davon gibt es auf der Erde etwa 7.5 Milliarden, das ist doch erheblich viel, könnte man sagen, und somit scheint die Menschheit nicht vom Aussterben bedroht zu sein. Das stimmt sehr wohl, aber die haben echt Probleme mit der Reproduktion von gesunden Nachkommen. Sofern man den Statistiken glauben darf, sterben etwa 95% der Menschen an einer Krankheit, Unfälle nicht eingeschlossen.  An dieser ernsthaften Situation ist die Ernährungsweise nicht unwesentlich schuld. Es lebt nämlich schon ein beträchtlicher Teil der Menschen mit nahrungsbedingten Erbschäden. Wenn dann die Gesundheit nebst mit toter Nahrung, auch mit Zigaretten, Alkohol, Coffein und vielem mehr traktiert wird, stellt sich die Frage, was wohl an die Kinder weitervererbt wird. Nur gesunde Eltern können wirklich gesunde Kinder zeugen. Die Abwärtsspirale beschleunigt sich in letzter Zeit rasant. Gibt es denn hier einen Ausweg? Ja, den gibt es! Eine der Antworten heisst: Lebendige Nahrung mit viel Blattgrün, sprich Chlorophyll. Dieses Chlorophyll spielt in der menschlichen Ernährung, für die Vitalität und die Gesundheit eine wesentliche Rolle. Bevor wir das Chlorophyll genauer betrachten, möchte ich eine Erfahrung weitergeben. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, wo wir viele Kirschbäume hatten. Bei der Kirschenernte ist mir aufgefallen, dass wir trotz Kirschen naschen am Mittag dann alle ziemlich Hunger hatten. Um den Hunger zu stillen, wurden beim Mittagessen zum Beispiel Brot, Wurst, Käse, Eier, Kartoffelchips und weitere solche Dinge verspeist. Zwischendurch ging man ebenfalls an diese Naschereien. Abends hatte man schon wieder einen mächtigen Hunger. Immer wieder habe ich mich gefragt, warum denn die Kirschen nicht sättigen würden, sondern im Gegenteil, eher noch hungrig machen. Die Antwort fand ich wie folgt: Vor einigen Jahren, als ich wieder einmal auf dem Hof Kirschen pflücken helfen wollte, kam mein Bruder auf das Feld und bat mich, ich solle ihm doch helfen Strohballen zu laden. Sofort intervenierte meine Mutter und meinte, ich hätte ja noch nichts gegessen. Sie wusste, dass dies eine Arbeit ist, die viel körperliche Kraft abverlangt. So etwas könne man unmöglich ohne richtig gegessen zu haben, meinte sie. Da ich mich schon einige Jahre ausschliesslich von Rohkost ernährte, dachte ich: Kein Problem, das geht schon. Ich bediente mich am Baum noch schnell mit einer handvoll Kirschen und sah gleich darunter ein paar schöne Löwenzahnblätter, die ich auch gleich pflückte. Auf der Fahrt zum andern Feld, wo die Strohballen lagen, ass ich beides gleichzeitig. Zusammen mit den Kirschen schmeckten die Löwenzahnblätter ausgezeichnet. Als ich damit fertig war, konnte ich es kaum glauben, aber ich war wirklich satt. Bis spät am Abend verspürte ich keinen Hunger mehr, obwohl extreme körperliche Anstrengung angesagt war. Es gab auch keinen Leistungsabfall. Bevor ich dann spät abends nachhause ging, wollte ich es noch einmal wissen. Meine Mahlzeit bestand nochmals aus Kirschen und Löwenzahn, was wiederum völlig ausreichend war. Das Geheimnis lag darin, dass ich die Kirschen zusammen mit chlorophyllhaltigen Blättern ass. Durch das Blattgrün kann der Zucker der Früchte in Energie umgewandelt werden, und es gibt keine überfallmässige Ausschüttung des Zuckers ins Blut, so dass der Blutzucker in die Höhe schnellen würde, um dann zu Fett und Säure aufgespalten zu werden. Chlorophyll, der zuverlässige Lieferant von Mineralien und Spurenelementen Als erstes wirkt Chlorophyll Säure-Basen ausgleichend. Gewisse Teile des Körpers müssen im basischen Bereich sein. Wenn wir im PH- Wert eine Skala von 1 bis 14 haben, so ist 7 neutral. Das Blut jedoch muss bei einem Wert von zwischen 7,43 bis 7,45 liegen. Darüber oder darunter ist der Körper in ernsthafter Gefahr. Das ist sehr wenig Toleranz. Eine Abweichung gleicht der Körper mit Hilfe von basischen (wie z.B. Kalzium) oder sauren Mineralien aus. In den allermeisten Fällen, werden basische Mineralien benötigt, da der grösste Teil der Zivilisationsnahrung säurebildend ist. Diese holt er sich aus den Zähnen. Plaque, Karies und Paradentose sind die Folgen. An den Knochen baut sich der Körper die benötigten Mineralien ebenfalls ab. Dies führt dann zu Osteoporose. Der Körper fängt an, sich selber abzubauen, um die Hauptaufgabe erfüllen zu können, nämlich zu leben. Die chemische Zusammensetzung des Chlorophylls ist mit jenem des Hämoglobins fast identisch. Hämoglobin ist der rote Farbstoff des Blutes. Der grosse Unterschied ist, dass der zentrale Kern des Chlorophylls aus Magnesium besteht, und der des Hämoglobins aus dreiwertigem Eisen. Eisen ist aber ebenfalls im Chlorophyll enthalten und kann sehr schnell mit dem Magnesium ausgetauscht werden. Was dann daraus entsteht ist Blut. Das Blattgrün ist tatsächlich Blut bildend. Magnesium ist für die Muskelfunktion wichtig. Bei Mangel führt dies unter anderem zu Krämpfen. Im Weiteren enthält Blattgrün auch Chrom, welches für die Regulierung des Blutzuckers wichtig ist. Kalzium, das unter anderem für Zähne und Knochen wichtig ist, finden wir auch im Blattgrün. Auch Selen ist im Grün vorhanden, wichtig für das ganze Bindegewebe, Zähne und Knochen. Es verleiht die Festigkeit des Bindegewebes und die Widerstandsfähigkeit. Ebenfalls findet sich im Chlorophyll Kupfer, Jod, Schwefel, Phosphor, Kalium, Mangan, Zink, Natrium, Kobalt und soviel man weiss etwa 75 weitere Spurenelemente. Diese Spurenelemente sind in einer solchen Ausgeglichenheit und organischen Form vorhanden, dass sie zu einer sehr hohen Bioverfügbarkeit führen. Im Gegensatz zu den chemisch isolierten, anorganischen Mineralien wie z. B. Jod, welches aus Druckfarben und ähnlichem gewonnen und dann ins Tafelsalz gemischt wird, können überschüssige Mineralien aus den grünen Pflanzen wieder ausgeschieden werden. Der Körper braucht diese Elemente nur in Spuren, aber dafür in einem ausgewogenen Verhältnis zu einander. Ein Zuviel von einzelnen Stoffen kann giftig wirken. Es scheint mir wichtig zu wissen, dass Jodzusätze in Lebensmitteln durch jodiertes Salz weit mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen. Meine Empfehlung ist es, fluoridiertes und jodiertes Salz in jeder Hinsicht zu meiden. Hierzu gibt das Buch „Die Jodlüge. Das Märchen vom gesunden Jod.“ (Taschenbuchausgabe von Dagmar Braunschweig-Pauli) Aufschluss. Die Struktur des Chlorophylls ist sensibel und Hitze empfindlich. Proteine Die kurzkettigen Proteine der lebendigen Pflanzen, sind mit den, insbesondere im Blattgrün enthaltenen, Polypeptiden für den Körper einfach zu Aminosäuren zerlegbar und können wieder effizient in die benötigten Verbindungen verknüpft werden. Somit werden schlanke Muskeln mit einer hohen Leistungsfähigkeit gebildet. Peptide - vor allem die Polypeptide (Proteine) - spielen in jeder Zelle eine herausragende Rolle. Sie erfüllen die Funktion biologischer Katalysatoren (Enzyme), sind an der Regulation des Zellstoffwechsels und der Interaktion zwischen Zellen beteiligt. Sie werden für den Aufbau spezifischer Strukturen benötigt. Diese Bausteine des Körpers sind auch notwendig, damit eine geordnete Zellteilung stattfinden kann. Die langkettigen Proteine aus Fleisch sind für den menschlichen Körper nur schwer verarbeitbar und können nie zu einem optimalen Gewebe aufgebaut werden. Proteine sind sehr hitzeempfindlich und werden durch den thermischen Gar-Prozess nachhaltig geschädigt und verklumpt. Enzyme Einen wichtigen Faktor stellen die Enzyme dar. Enzyme sind grossmolekulare Eiweissverbindungen, die chemische Veränderungen bewirken, ohne sich selbst zu verändern. Es sind die Katalysatoren des Lebens. Der Körper kann selber Enzyme herstellen, aber nur in einer beschränken Menge. Da erhitzte oder pasteurisierte Nahrung sozusagen keine intakten Enzyme mehr enthält, muss der Körper alle selber herstellen. Ab Temperaturen von 45 Grad sterben die meisten Enzyme ab. Bei Belastungen, wie z.B. bei psychischer, stress-, oder umweltbedingter Natur, benötigt der Körper ebenfalls eine höhere Konzentration von Enzymen. Was ist, wenn der Körper mit der Enzymproduktion erschöpft ist? Ohne Enzyme gibt es keinen Stoffwechsel. Die lebendigen Pflanzen jedoch bringen bereits die dazu notwendigen Enzyme mit sich. Wenn nun im Enzymhaushalt Raubbau betrieben wird, dann wirkt sich dies auf die Vitalität und die Effizienz des Körpers aus und reduziert die Reproduktion. Die Alterung geht schneller vor sich als die Erneuerung und die Abwärtsspirale hat begonnen. Weil der menschliche Körper nicht für tote Nahrung gebaut ist, ist daher auch keine endlose Produktion von Enzymen vorgesehen. Bei mangelnden Enzymen kann die Nahrung nicht richtig aufgespalten werden und es bilden sich Fäulnis und Gärung. Bircher-Benner sagte zu Recht: Der Tod sitzt im Darm. Fotosynthese Licht ist übrigens der hauptsächliche Stoff, wovon wir leben. Durch die so genannte Fotosynthese wird Sonne in das Blattgrün verwandelt und die Pflanze produziert Sauerstoff. Sauerstoff ist bekanntlich lebensnotwendig. Sauerstoff wird im Stoffwechsel benötigt, um dieses gespeicherte Sonnenlicht aus den Pflanzen auslösen zu können. Dieser Sauerstoff wird durch das Hämoglobin zu den Zellen transportiert. Hier schliesst sich der Kreislauf. Nur gesundes Blut kann genügend Sauerstoff transportieren. Sauerstoff wirkt den, für unseren Körper schädlichen, anaeroben Bakterien entgegen. Anaerobe Bakterien können bei einem sauerstoffreichen Milieu nicht existieren. Vitamine Die lebendigen Pflanzen enthalten auch viele Vitamine. Ein grosser Teil der Vitamine ist hitzeunbeständig. Es gibt Pflanzen, wie z.B. Weizengras,  welche sogar Vitamin B12 enthalten. Nicht nur enthalten sie das Vitamin B12, sondern regen die Darmflora dazu an, B12 zu produzieren. Dies ist wichtig zu wissen für die Menschen die rein vegan leben. Bei genügend Pflanzengrün ist die Angst um das B12 und K nicht berechtigt. Keimlinge von Süsslupinen sind ebenfalls gute Vitamin B12 Lieferanten. Die Hauptnahrung der Gorillas und der Orang-Utans besteht überwiegend aus Blättern und Kräutern. Der Verdauungstrakt dieser Affen ist mit dem des Menschen grösstenteils identisch. Ich habe beobachten können, dass Orang-Utans meistens zusammen mit Früchten auch grüne Blätter essen. Intelligent – fand ich - und das alles ohne Biologiestudium. Ein Orang-Utan hat übrigens etwa achtmal soviel Kraft in seinen Armen, wie ein Boxer der Schwergewichtsklasse. Bemerkt sei, dass sich diese Orang-Utans von veganer Rohkost ernähren. Die Komplexität der Verknüpfung all dieser Stoffe und auch weiteren, hier noch nicht genannten Substanzen in der lebendigen Pflanze ist so enorm, dass sie weit mehr als nur die Summe der Einzelteile darstellt. Sie kann unmöglich durch isolierte Einzelsubstanzen und schon gar nicht durch die chemisch, künstlich hergestellten, wettgemacht werden weiter...
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