Rohkost im heilerischen und spirituellen Zusammenhang
Bei meinen Vorträgen und an unseren Seminaren zeigt es sich immer wieder, dass sich viele Menschen zu ihrer Lebensorientierung auf vergangene Kulturen und Religionen berufen. Das führt dann oftmals dazu, dass sie damit versuchen einen Fleisch- und Milchkonsum zu rechtfertigen oder mit der 5-Elemetenlehre und Ayurveda das Kochen der Nahrung zu belegen. Leider wurden in der Geschichte und den überlieferten Schriften – zum Teil aus Unkenntnis, teilweise aber auch bewusst - ein paar irreführende Abänderungen eingebracht. Ich erachte es als hilfreich, diese Aspekte nochmals genauer zu beleuchten. Das Wissen um den Zusammenhang von Ernährung und Spiritualität ist nichts Neues. In der Hochblüte der indischen Kultur, d.h. der alten Veden, haben sich die Brahmanen (die Weisen, Priester, Seher) sattivisch ernährt. In der damaligen Kultur waren Priester auch Berater der Rajas (Könige und Regierungsmitglieder, sowie Menschen in verantwortungsvoller Position). Sie waren verantwortlich, dass jeder Mensch am richtigen Platz war, da wo er sich entfalten und wohl fühlen konnte. Das war die positive Absicht des Kastensystems. Die Aufgabe der Brahmanen war es auch, als Lehrer den Menschen behilflich zu sein, dass diese in ihren Kasten aufsteigen konnten, um sich spirituell zu entwickeln. Laut den alten Schriften ernährten sich die Brahmanen sattivisch, eine Rohkost, die vorwiegend aus Früchten und Blättern bestand. Sattva: Ist die höchste Guna (Qualität, Eigenschaft) mit der Farbe Weiss. Diese bedeutet Reinheit, Klarheit und Ausgeglichenheit. Die Ernährungsform ist frische, vegane Nahrung, frei von jeglicher thermischen Behandlung. Rajas: Ist die mittlere Guna mit der Farbe Rot. Diese bedeutet Leidenschaft und Bewegung, aber auch Aggression, z.T. sogar Zerstörung. Die Ernährungsform ist vegetarische Nahrung, welche nur einmal mit kurzen Hitzeeinflüssen behandelt wird. Diese war für Könige gedacht. Für Soldaten durfte man noch wenig frisch gejagtes Wild hinzufügen, um eine gewisse Aggression aufrecht zu erhalten. Es gab kein nochmaliges Aufwärmen der Speisen. Tamas: Ist die unterste Guna mit der Farbe schwarz. Diese bedeutet Schwere, Lethargie, Hemmung, Dunkelheit, Unreinheit und Verwirrung. Dieser Ernährungsform sind tierische, schwere, thermisch behandelte, unreine und verdorbene Nahrung zugeordnet. Ebenfalls betäubende Nahrungsmittel, die wir heute als Genussmittel oder Suchtmittel verstehen. Es dürfte dem Leser nicht schwer fallen, zu erkennen, welcher Guna die Ernährungsform der meisten heutigen Menschen zugeordnet würde. Das Ziel der damaligen Brahmanen war die Erleuchtung, das Nirwana und möglichst vielen Menschen den Weg dahin zu zeigen. Gegen Ende der indischen Hochblüte hielten sich die Brahmanen nicht mehr an ihre Bestimmungen und ihre Selbstherrlichkeit war der Anfang vom Zerfall. Die Lehren der heutigen vedischen Ernährung entsprechen daher nicht der wirklichen Sattva-Ernährung. Zudem war die vedische Heilnahrung für die Menschen gedacht, die sich ohnehin schon tamasisch ernährten, denn diese waren ja vorwiegend Krankheitsanfällig. Ich kann mir gut vorstellen, dass es damals nicht einfacher war, die tamasisch lebenden Menschen von Rohkost zu überzeugen als es heute ist. Daher hat man eben Kompromisse gemacht und ihnen zumindest vegetarische Nahrung vorgesetzt. Nur, Kompromisse bleiben eben Kompromisse und sind nicht das Massgebende des Wissens. Fünf Elemente Während der chinesischen Hochblüte war das Ziel der Kaiser und ihrer Priester, für sich und ihre Untergebenen, Weisheit, Klarheit, Gesundheit und Reichtum. Sie hatten daher die Gesetze, dass ihre Ärzte und Priester nur dann bezahlt wurden, wenn ihre Bevölkerung gesund war. Für Kranke und seelisch-geistig Gestörte erhielten sie Lohnabzug. Sie hatten erkannt, dass die Natur im Prinzip aus 5 Elementen besteht. Aus diesem Wissen kommt die 5-Elemente-Lehre, die heute leider in einem etwas verzerrten Umfang gelehrt wird. Den chinesischen Weisen war klar, dass eine gesunde Pflanze zwangsläufig alle 5 Elemente in ihrem Gleichgewicht aufweisen muss. Lediglich in der Verkörperung der Elemente unterscheiden sich Pflanzen und somit auch in ihrer Destination und Ausdrucksform. Jegliches Abweichen von diesem Gleichgewicht führt logischerweise ins Ungleichgewicht, sprich Krankheit und Zerfall. Den Weisen war bekannt, dass die einzige Ernährungsform, die diese 5 Elemente im Gleichgewicht aufweist, aus frischer, thermisch unbehandelter, pflanzlicher Nahrung besteht. Die Pflanzen, welche zur Nahrung dienten, galten damals als heilig (ganz, vollkommen) und mussten mit viel Sorgfalt behandelt werden. Das Element Feuer, was die heutige traditionelle chinesische Medizin (TCM) fälschlicher Weise unter kochen versteht, bedeutete damals für die Weisen, das Licht und die Energie der Sonne welche die Pflanzen zu speichern in der Lage sind. Die Pflanzen enthielten dieses Element, nach den Begriffen der damaligen chinesischen Weisen, hauptsächlich in Form von Chlorophyll, Öl und Fruchtzucker. Leider wurden auch in der chinesischen Medizin immer mehr Zugeständnisse gemacht, was parallel mit dem Zerfall des grossen chinesischen Reichs einherging. Meines Erachtens ist es nicht sehr hilfreich das externe Feuer mit seiner auf die Speisen zerstörende Wirkung mit dem Element Sonne zu verwechseln und es dann zusätzlich noch als heilend zu definieren. Leben kommt nur von Lebendigem Die Essener und die Nasiräer waren die Urchristen, zu denen laut Edmond Székely auch Jesus gehörte. Dieses Volk war an den Rand der Wüste gedrängt und lebte vorwiegend von Getreide und Trauben, da in dieser Gegend nicht viel anderes gedieh. Es war eine Gemeinschaft von Heilern und Gelehrten mit ihren Mysterien-Schulen und dem Wissen über die Kräfte der Natur und der Engel. Ihre Hauptnahrung, das Brot, bestand aus angekeimtem Getreide, welches sie zerrieben, zu Fladen formten und an die Sonne legten – das so genannte Essenerbrot. Dieses Brot wurde keiner thermischen Behandlung unterzogen. Die folgende Aussage stammt von dem berühmtesten der Essener, nämlich von Jesus selbst und ist ein Zitat aus dem Buch „Heliand“ aus den Übersetzungen von Edmond Székely: „Tötet weder Mensch noch Tiere, ja nicht einmal die Nahrung, die ihr in euren Mund führt, denn esst ihr lebende Nahrung, so wird sie euch beleben…“ Dass Jesus Fleisch gegessen haben soll, ist eine Unterstellung, die tragischer weise in die biblischen Schriften eingeflochten wurde. Die Urchristen und auch Jesus haben sich von Rohkost ernährt. Das mag bestimmt eine der Grundlagen gewesen sein, dass sie in der Lage waren das Christusbewusstsein und die entsprechenden Lehren trotz des immensen Widerstandes zu verbreiten. „Jesus von Nazareth ass kein Osterlamm“ unter diesem Titel erschien eine höchst empfehlenswerte Broschüre von Dr. Georg Meinecke.  Dieser bemerkenswerte Mann hat auch zwei weitere Bücher zum Thema Gesundheit und Ernährung veröffentlicht, die sehr kompetent und aufschlussreich sind. Sich von veganer Rohkost zu ernähren, ist eine Entscheidung die von reifen Menschen getroffen wird, welche ernsthaft und aktiv Verbesserung und Evolution, für sich und die Welt in der sie leben, anstreben. Das war auch schon in den längst vergangenen Zeiten so. Bei den heutigen Kenntnissen, Erfahrungen, sowie der Vielfalt an feinen Zutaten und Rezepten fällt es einem, meiner Ansicht nach, immer leichter diese Entscheidung zu treffen, ausser man will unbedingt nicht. Rezepte Karottencremesuppe 2 St Karotten ½ L Wasser 1 EL Mandelpüree 2 EL Schwarzes Sesamöl 1 LS Curry NB Halit NB Edelhefe etwas Petersilie, gehackt Karotten schälen und in Würfel schneiden. Mit Wasser und Mandelpüree im Mixer fein verarbeiten. Während laufendem Mixer das Öl dazugiessen. Mit Curry, Halit und Edelhefe würzen. Nach dem Anrichten mit Petersilie ausgarnieren. Kohlrabinudeln an Kokosrahmsauce 3 St Kohlrabi 1 St Trink-Kokosnuss Kohlrabi zu Nudeln oder Spaghetti schneiden. Die weiche Masse in der Kokosschale mit einem Löffel ausschälen und in Streifen schneiden. Diese den Nudeln / Spaghetti beigeben und mit der nachstehenden Sauce vermengen. Sauce ½ St Zitrone, Saft ½ St Orange, Saft 2 EL Mandelpüree 2 dl Kokoswasser 2-½ dl Erdnussöl 1 Pr Curry 1 EL Sojasauce NB Halit NB Edelhefe Zitronen- und Orangensaft zusammen mit dem Mandelpüree im Mixer zu einer cremigen Masse verarbeiten. Während laufendem Mixer abwechslungsweise Öl und Kokoswasser beigiessen. Am Schluss das Ganze würzen. Gemüse-Crackers 2 St Karotten 1 St Rote Beete 1 TA Sonnenblumenkerne, angekeimt 2 St Tomaten NB Halit 1 TL Hefe 1 LS Provencekräuter Tomaten, Karotten und Rote Beete im Mixer pürieren. Sonnenblumenkeren dazugeben und gut verarbeiten. Mit übrigen Zutaten würzen. Die Masse ca. 2-3mm dick auf Backtrennfolie ausstreichen und im Trockner ca. 12 Std trocknen. Die Masse kann nach ca. 5 Std mithilfe eines Pizzarädchens in die gewünschte Form und Grösse geschnitten werden. Pralinen Edelweiss 3 EL Mandelpüree 3 EL Agavendicksaft oder Honig 1 LS Vanille 1 dl Kokosmus Mandelpüree mit Agavensaft und Vanille mithilfe eines Schneebesens kurz verarbeiten. Dann das Kokosmus daruntermischen. Nun die Masse in Förmchen abfüllen und mind. 2 Std kühl stellen. Tipp: Zu beachten ist, dass Mandelpüree und Agavensaft nicht zu lange verrührt werden, sonst bindet es nicht mehr mit dem Kokosmus. Kokosmus muss zwischen 24-28° C sein.
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